Rotwild bei der Wildfütterung

Am 31. Januar 2026 fuhren wir nach Garmisch, um Rotwild bei der Wildfütterung im Wintergatter Almhütte zu fotografieren.

In den kalten und schneereichen Monaten finden die Tiere in höheren Lagen der Berge nicht mehr genug Nahrung und machen sich auf den Weg in flachere Gefilde. Diese für Rotwild typischen Wanderungen über zum Teil hunderte Kilometer sind heute oft nicht mehr möglich, da die dichte Besiedelung des Menschen die Wanderwege immer wieder durchkreuzt. Um zu verhindern, dass Tiere im Winter verhungern oder durch Verbiss große Schäden an den wichtigen Bergwäldern anrichten, werden von einigen Forstbetrieben der Bayerischen Staatsforsten Wintergatter eingerichtet, um dort das Rotwild zu füttern.

Hier kann man während der Öffnungszeiten die sonst sehr scheuen Tiere dann alle beobachten: Mächtige Hirsche, neugierige Kälber, erfahrene Alttiere und natürlich die männlichen Junghirsche, Spießer genannt.

Wir trafen uns bei herrlichem Wetter um 14 Uhr und fuhren zum Wanderparkplatz Maximilianshöhe oberhalb von Garmisch unterhalb der Kramerspitz. Da viele Wege vereist waren, nahmen wir vorsichtshalber Grödeln mit. Der Weg vom Parklatz zur Fütterungsstelle war aber sehr kurz und auch ohne Grödeln begehbar. Bis zum Beginn der Schaufütterung um 16 Uhr genossen wir die fantastische Bergkulisse mit Zugspitze und Alpspitze.

Um 16 Uhr begann die Schaufütterung. Für die Besucher gab es eine überdachte Plattform mit Bänken, von der aus man gut das Gelände etwas unterhalb überblicken konnte. Es waren mehrere Futterstationen mit Heu aufgestellt und verschiedene Tröge, die ein Förster zunächst mit Silage-Futter befüllte.

Dann warteten wir. Ob sie wohl noch kommen? Die Berge im Süden warfen schon lange Schatten. Nach einiger Zeit voller Spannung tauchten die ersten zwischen den Bäumen am Hang gegenüber auf. Die vorsichtigen Tiere warteten noch, um sich zu überzeugen, dass alles sicher war. Dann kamen sie, erst die Hirschkühe mit ihren Jungtieren, mehr und immer mehr, und dann auch die männlichen Hirsche mit ihren beeindruckenden Geweihen, einer nach dem anderen. Es waren bestimmt bis zu 50 Tiere. Manche trauten sich auch recht nahe an die Plattform mit den Menschen heran.

Wir waren begeistert und machten eine Menge Bilder. Wir hatten viel Zeit, um uns darüber auszutauschen, welche Belichtungszeit wir bei dem vorherrschenden Schattenlicht am besten einstellten. Es galt einen Kompromiss zu finden: mit einer kurzen Belichtungszeit können die Tiere in Bewegung gut scharf fotografiert werden. Da es aber nicht mehr sehr hell war, durfte die Belichtungszeit auch nicht zu kurz sein, da sonst hohes ISO-Rauschen entsteht. Wie man an unseren Bildern erkennt, meisterten wir diese Herausforderung ganz gut.

Die Windbeutelalm in der Nähe verlockte uns anschließend noch und wir beendeten den Ausflug bei gigantisch riesigen Windbeuteln.

Bilder von Susanne Allwang:

Bilder von Dr. Franz Bundscherer:

Bilder von Georg Dengler:

Bilder von Pia Mihailowitsch, die beim Bearbeiten ihrer Kreativität freien Lauf gelassen hat: